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Dokumente zur Diskussion
der Stromversorgung Almtal – Kremstal

Die folgende Sammlung ist grob nach zeitlicher Aktualität geordnet: Die neuesten Dokumente stehen am Anfang. Ausnahme: Inhaltlich eng zusammenhängende Dokumente stehen im selben Absatz. Sie lassen sich in jedem Fall durch Anklicken z.B. des Titels herunterladen oder verlinken zu einer Seite.

Weitere Dokumente, z.B. eine Reihe von Studien zur Erdkabel-Technik aus der Literaturliste am Schluss senden wir auf Anfrage  gerne per E-Mail zu.

Erdkabel und Naturschutz: naturschutzrechtliche Argumente für eine Eingriffsvermeidung durch die Erdkabel-Alternative (illustriert und mit Behörden-Stellungnahmen aus Deutschland

Bescheid Wirtschaftsministerium: enthält (anonymisiert) die zweitinstanzliche energierechtliche Bewilligung. Die Berufung wird damit im Wesentlichen zurückgewiesen. Es bleibt die Beschwerde beim Verfassungs- und Verwaltungsgerichtshof. (Downloadhinweis: Dateigröße 7,7 MB) 

Berufung: enthält (anonymisiert) die Begründung, weswegen die erstinstanzliche Bewilligung durch das Land OÖ nicht rechtens ist. Zweite Instanz ist das Bundeswirtschaftsministerium.

Einwendung: enthält die allgemeine Begründung, die so oder sehr ähnlich vom größten Teil der betroffenen Grundeigentümer gegen die geplante Freileitung bei den mündlichen Verhandlungen im April und Mai 2011 vorgebracht wurde. Das Gutachten der Amtssachverständigen für Elektrotechnik und Elektrizitätswirtschaft bleibt dagegen dabei, dass die Freileitung die technisch erprobte, zweckmäßige und wirtschaftliche Lösung sei.

Umweltmedizinische Stellungnahme: Richtigstellungen zu Aussagen des TU-Graz-Gutachtens, wonach gesundheitliche Risiken bei Einhaltung der geltenden Grenzwerte ausgeschlossen sein sollen; wurde teilweise von Betroffenen ihrer Einwendung beigefügt.

Elektromagnetische Felder und Gesundheit: Zusammenfassung mehrerer Studien von „110 kV ade!“; wurde zur Argumentation von Einwendungen von Betroffenen aus Gesundheitsgründen vorgebracht. Keine gesundheitlichen Gefährdungen ortete dagegen das Gutachten des Amtssachverständigen für Humanmedizin.

Waldschäden: Sachverständigengutachten, das die Folgen der Waldöffnung durch über 40 m breite Schneisen beschreibt; wurde von vielen Grundeigentümern mit Waldgrundstücken in ihren Einwendungen vorgebracht.

Wertverluste von Immobilien: Sachverständigengutachten, in dem Wertminderungen bis zu 40 Prozent bestätigt werden; wurde ebenfalls von Betroffenen bei ihrer Einwendung vorgebracht.

Positionspapier zum Erdkabel: begründet auf 3 Seiten mithilfe des TU-Graz-Gutachtens aus Sicht von „110 kV ade!“, warum das Erdkabel die technisch und wirtschaftlich vertretbare Lösung für die Stromversorgung ist.

Gutachten der TU Graz: untersucht Notwendigkeit und Alternativen der geplanten Freileitung; ist Bestandteil des behördlichen Bewilligungsverfahrens (ca. 7,5 MB).

Trassenplan der Freileitung: enthält die Maststandorte mit Stand zum Zeitpunkt der mündlichen Verhandlungen (ca. 5,2 MB). Eine sehr grobe Übersicht und Detailkarten gibt es hier.

Projektantrag der Energie AG: enthält die technischen Angaben zu der zur Bewilligung beim Land eingereichten Freileitung; Detailänderungen während des Verfahrens sind hier nicht berücksichtigt.

Projektinformation der Energie AG: PR-Papier zur Begründung für die Freileitung mit weitgehenden Versprechungen zur Bürgerbeteiligung; veröffentlicht vor Beginn der Auseinandersetzungen.

Literaturliste: Gutachten, Studien, Positionspapiere etc. aus unserem Fundus; hier sind nur die inhaltlich für unsere Anliegen wichtigsten aufgeführt.

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Nein zur 110-kV-Freileitung Vorchdorf – Kirchdorf!

Zwischen Vorchdorf und Kirchdorf gibt es seit Anfang 2010 massiven Widerstand gegen eine geplante 110-kV- Hochspannungsfreileitung.

Hier das Wichtigste in Kürze:

Worum geht es überhaupt? – Die Energie AG plant seit über 10 Jahren eine Hochspannungsfreileitung von Kirchdorf nach Vorchdorf. 110 kV steht für die Spannung: 110.000 Volt. Im Juni 2010 wurde das Projekt dem Land OÖ zur Bewilligung vorgelegt, obwohl Alternativen (vor allem eine Erdverkabelung) zur Diskussion standen. Näheres hier.

Bedroht diese Leitung meine Gesundheit? – Das Leukämierisiko bei Kindern steigt möglicherweise z.B. laut Weltgesundheitsorganisation unter dem Einfluss eines magnetischen Felds, wie es bei der hier geplanten Leitung noch in einem Abstand von über 80 m auftreten kann. (Die gesetzlich zulässigen Grenzwerte sind deutlich höher, werden aber von vielen Studien, aber auch z.B. vom Europarat infrage gestellt.) Weitere schädliche Wirkungen werden bestritten, sind aber auch nicht widerlegt. Niemand garantiert, dass Gesundheitsschäden ausgeschlossen sind!

Was bedeutet die Leitung für mich als Hausbesitzer? – Ob direkt betroffener Grundbesitzer oder „nur“ in Sichtweite der ca. 28 m hohen Masten und abgesehen von Sorgen um die Gesundheit von Mensch und Tier, von Landschaftsverschandelung und anderen ökologischen Problemen: Der Wert jedes Hauses und jedes Grundes in der Nähe dieser Leitung fällt bis hin zur Unverkäuflichkeit. Makler und andere Beobachter des Häusermarktes bestätigen das.

Was geschieht in Waldgebieten und in der Nähe davon? – Eine 40 m breite Schneise (in Hanglagen auch erheblich mehr) müsste für die Leitungstrasse in den Wald geschnitten werden. Windbrüche im angrenzenden Wald sind erfahrungsgemäß in unserem Gebiet die Folge. Waldbesitzer und -nachbarn, Obacht! – Für Entschädigungen in solchen Fällen muss ein Gutachten den Zusammenhang bejahen. Borkenkäfer-Plagen in der Folge werden nicht entschädigt. Für Zusammenhänge zwischen Sturmschäden an Häusern und dem geringeren Windschutz wird die Energie AG kaum je haftbar gemacht werden können.

Warum überhaupt die ganze Aufregung? – Viele Gründe dafür stehen hier in den übrigen Punkten. Außerdem ist es aber die Vorgangsweise der Energie AG: Entgegen eigenen schriftlichen Versprechen war es bis zu den von den Ortsbauernobmännern durchgesetzten Info-Veranstaltungen fast unmöglich, konkrete Informationen zu bekommen. Selbst direkt Betroffene wurden erst 3 Tage vorher von diesen Veranstaltungen verständigt. Nirgends wurde die Bevölkerung wie angekündigt einbezogen. In Vorchdorf endete eine solche Veranstaltung mit einem Eklat: Die Besucher lösten die Versammlung geschlossen auf, nachdem die Energie AG nicht einmal sagen wollte, ob sie ihren Zeitplan wegen des allgemeinen Widerstands zu ändern bereit ist.
(Inzwischen ist klar: Sie war es nie.) Immer wieder arbeitete die Energie AG mit Halbwahrheiten und unrichtigen Informationen – siehe hier.

Brauchen wir nicht alle den Strom? – Es gibt noch viele ungenutzte Möglichkeiten, Strom zu sparen und regional aus alternativen Energieträgern Strom zu produzieren. Die Energie AG hat sich z.B. auf ihrer Vorchdorfer Info-Veranstaltung mit falschen Angaben zu angeblich mangelhafter Versorgungssicherheit von Strom aus Biogasanlagen öffentlich blamiert. Ganz abgesehen davon: Es muss keine Freileitung sein. Ein Erdkabel „kann“ das Gleiche! Das bestätigt auch das vom Land OÖ. beauftragte Gutachten der TU Graz. (Download >7 MB!)

Stimmt es, dass ohne die neue Leitung tagelange Stromausfälle drohen? – Ja: einmal alle 75 Jahre (Kirchdorf) bis einmal alle 550 Jahre (Steyr) laut Statistik! Die Energie AG musste auf öffentliche Fragen hin zugeben, dass es diesen Fall bei den Hochspannungsleitungen, um die es jetzt geht, seit Bestehen nie gab! Das Risiko von Ausfällen im weiter bestehenden Mittelspannungsnetz bliebe sowieso gleich oder könnte durch Erdverkabelungen gesenkt werden. Hinzu kommt: Genau die Freileitung, die der Versorgungssicherheit dienen soll, wird über ein Gebiet geführt, das zu den windreichsten des Landes gehört. (Stürme sind ein häufiger Grund für Mastumbrüche.)

Haben wir gegen die Energie AG überhaupt Chancen? – Ja, es müssen sich nur die meisten betroffenen Grundeigentümer weigern, ihren Grund zur Verfügung zu stellen. (Derzeit sind es über zwei Drittel.) Zwangsmaßnahmen (Quasi-Enteignungen) gegen über 90 Betroffene und den zusätzlichen Widerstand von noch viel mehr Anrainern sind politisch völlig undenkbar. In allen Versammlungen gab es einhellige Ablehnung.
Der Trend geht europaweit in Richtung Erdkabel. Beispiele: Deutschland, Schweiz/Dänemark,
Mit wem gilt es, besonders solidarisch zu sein? – Am härtesten trifft es z.B.: Familien (teils mit Kindern), deren gesamtes Vermögen in ihren Häusern steckt und die nicht neben einer Hochspannungsleitung leben wollen, ihr Haus aber nicht mehr verkaufen können / Familien, die selbst nach Maßstäben der Energie AG zu dicht (z.B. 80 m) an der Leitung leben, wo angeblich keine andere Lösung möglich ist / nicht zuletzt eine für uns und unsere Nachkommen erhaltenswerte Natur- und Kulturlandschaft, die bisher als eine der letzten noch nicht zerschnitten und ausgebeutet ist.

Aktualisiert: 9. November 2012

Links zum Thema (z.Z. in Bearbeitung)

Energie AG Netz: Hier finden Sie die freundlichen Worte unseres Kontrahenten zur Freileitung.

Andere Initiativen mit interessanten Informationen

IG Erdkabel: Soweit uns bekannt ist, gibt es hier den riesigsten Haufen an Informationen zu Freileitung und Erdkabel weit und breit. Wirklich etwas für verregnete Nachmittage. Schwerpunkt ist allerdings die 380-kV-Ebene, weil es hier vor allem um die Salzburgleitung geht – trotzdem eine Fundgrube!

Windpark Eiskogel: Zu Windkraftanlagen in unserer Region gibt es – auch innerhalb unserer Initiative – kontroverse Meinungen. Hier gibt es eine umfangreiche Argumentation gegen den geplanten Windpark direkt neben „unserer“ Freileitungstrasse.

Ried-Raab-Ranna: Die Innviertler Initiative weist unter Anderem auf Interessen am Freileitungsbau hin, von denen offiziell kaum die Rede ist.

Schalchen-Strasswalchen: (zeitweise nicht erreichbar; wird geprüft)

Keine Freileitung„: Die deutsche Initiative zeigt plakativ mit einem Video die Wirkung des elektrischen Felds: Leuchtstoffröhren leuchten von alleine unter einer Hochspannungsleitung (hier allerdings 380 kV).

„Hochspannung tieflegen“ in Brandenburg lohnt sich vor allem wegen der Hintergrundinfos (rechte Seitenspalte).

Weitere Quellen

Salzburger Landtag: Aufschlussreiche Einschätzungen zur Entwicklung der Diskussion über Gesundheitsrisiken und Grenzwerte in einer Landhausdebattte.

Elektrosmogschäden / Erfahrungen mit Betreibern Handy + Hochspannung
http://www.gigaherz.ch/
http://www.buergerwelle.de/

Krebsrisikostudien:
ORF Bericht: Streit der Experten, ausnahmsweise einmal mit einem Ergebnis!

3-Achs-Lkw für eine Kiste Almdudler?!

In einem Leserbrief widerspricht Franz Radner aus Pettenbach den Hauptargumenten der Energie AG zur angeblichen Notwendigkeit der 110-kV-Frreileitung.

Als Miteigentümer zweier Land- und Forstwirtschaften entlang der geplanten 110-kV-Leitung war auch ich über die Vorgehensweise der Energie AG erstaunt. Dass die EAG erst über massiven Druck widerwillig bereit war, die betroffenen Grundbesitzer und zukünftigen Anrainer über dieses Projekt zu informieren, zeigt, welche Einstellung und Arroganz noch immer vorherrscht.
Der uns präsentierte Trassenplan ist ein Schlag ins Gesicht aller, die in diesem Gebiet Forstwirtschaft betreiben oder jemals einen Forstweg oder Ähnliches errichten wollten. In Zeiten von zunehmenden Wetterextremen und Borkenkäferschäden ist das vorliegende Projekt (eine 40 bis 60 Meter breite Waldschneise auf einer Südseite) nichts als verächtlicher Zynismus.
Bei den dann doch stattgefundenen Info-Abenden mit der EAG wurden von Herrn Dipl.-Ing. Angerer im Wesentlichen drei Hauptgründe für die Planung dieses Projektes angeführt:

  1. eine leistungsfähige Verbindung der beiden oö. Versorgungsgebiete (Ost und West),
    2.    die doppelte Absicherung der Umspannwerke Vorchdorf und Kirchdorf,
    3.    die langfristige Absicherung der E-Versorgung des Almtals.

Zu 1.: Nahezu parallel zu der geplanten EAG-Leitung betreibt die ÖBB eine eigene 110-kV-Leitung (Vorchdorf-Wartberg/Krems). Es besteht die Möglichkeit, diese Leitungstrasse gemeinsam zu nutzen. Ein bereits existierendes Beispiel gibt es in Kärnten, wo die ÖBB und die KELAG schon seit zehn Jahren eine 110-kV-Leitung gemeinsam betreiben.
Zu 2.: Das Umspannwerk Vorchdorf wäre somit doppelt abgesichert und das Umspannwerk Kirchdorf nur noch wenige Kilometer als Stichleitung geführt.
Zu 3.: Das Almtal mit einer 110-kV-Leitung abzusichern, wäre eine extreme Übertreibung. Sogar Herr Dipl.-Ing. Angerer von der EAG räumte ein, dass eine Mittelspannungsleitung zur Versorgungsabsicherung des Almtals ausreichend ist.
Also zum Vergleich: Welcher vernünftige Mensch würde sich einen Dreichachs-Lkw kaufen, um eine Kiste Almdudler zu transportieren?

Der Zeitpunkt und die Art, wie bei diesem Projekt vorgegangen wird, werfen drei grundsätzliche Fragen auf:
1. Was denkt der Herr Landeshauptmann als Mehrheitseigentümer der EAG wirklich über uns, wenn er unmittelbar nach der Landtagswahl die Projektbetreiber von der Leine lässt?
2. Ist Naturzerstörung und Landschaftsverbrauch nur als Wahlkampfthema interessant?
3. Was denkt Herr Generaldirektor Windtner über uns, wenn in den Beratungsgesprächen seiner Mitarbeiter zwischen den Zeilen immer deutlich so etwas wie „Zwangsenteignung“ zu hören ist?
Franz Radner

 

Zwischenruf…

von Bernhard Emerschitz, Scharnstein, am 19.03.2010 um 14:29 in meinbezirk.at:

Kurz bevor Zwentendorf 1978 nicht aufgesperrt wurde, erzählte uns die Kraftwerkslobby: Wenn Zwentendorf nicht ans Netz geht, wird’s spätestens 1980 finster in …Österreich.

Kurz bevor die Kraftwerke in Hainburg und im Reichraminger Hintergebirge 1984 nicht gebaut wurden, erzählte uns die Kraftwerkslobby: Wenn Hainburg und das Hintergebirge nicht gebaut werden, gehen in օsterreich spätestens 1990 die Lichter aus.

Jetzt erzählt uns die Kraftwerkslobby schon wieder, dass die Lichter ausgehen, wenn die 110 kV-Leitung nicht gebaut wird: Lernen die Strombosse nie etwas aus der Geschichte – dass man nämlich nicht dauernd über die Köpfe der betroffenen Bürger hinweg Entscheidungen durchsetzen kann?

 

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