„Runder Tisch“ Energie AG – Landeshauptmann – Betroffene?

110-kv-leitung pressekonferenzDas überraschende Ergebnis einer Pressekonferenz in Steinbach: Landespolitiker wollen sich nun noch einmal für eine Konsenslösung für die 110-kV-Leitung Vorchdorf–Kirchdorf einsetzen. Der Vorschlag, dazu einen Runden Tisch einzuberufen, kam von Bundesrat Ewald Lindinger. Anlass: Neuer Landehauptmann, neuer Generaldirektor bei der Energie AG – und über 50 beantragte Enteignungsverfahren!
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Pressekonferenz-Teilnehmer am Podiom v. l. n. r.: Holzinger, Gruber, Lindinger, Dörfel, Lancaster, Promberger, Cramer, Pirklhuber

(Erste Pressemeldungen liegen unter MEDIENBERICHTE vor.)

Eher düster begann die Pressekonferenz am 24. 3. 2017 in Steinbach, zu der Bürgermeisterin Bettina Lancaster eingeladen hatte: Sowohl LA Christian Dörfel als auch 2. Landtagspräsident Adalbert Cramer sahen die bekämpfte Freileitung als Realität, der man sich nun stellen müsse. Auch von den übrigen PolitikvertreterInnen am Tisch kam zwar Bedauern, dass die Erdkabel-Alternative angeblich nun keine Chance mehr hätte, aber Hoffnung mochte niemand mehr verbreiten – bis Bundesrat Ewald Lindinger den Vorschlag eines Runden Tischs in die Runde warf. Der Versuch soll nun gemacht werden.

Zuvor gab es herbe Kritik von „110 kV ade!“ an der „Politikverweigerung“ der Landesregierung. Dörfel hatte geäußert, man habe „alles versucht“, um ein Erdkabel durchzusetzen. Dagegen wandte sich Initiativensprecher Michael Praschma mit dem Hinweis, die Landtagsabgeordneten hättes es sich z. B. einfach gefallen lassen, dass LH Pühringer und LR Strugl sie mit falschen Zahlen über die Erkabelkosten abgespeist hätten.

Initiative will an gemeinsamer Lösung mitwirken
Als betroffener Grundeigentümer wies Karl Helmberger auch darauf hin, dass mit dem neuen Windkraftmasterplan des Landes jetzt auch das Argument der Windenergie-Einspeisung hinfällig sei, weil in Trassennähe keine Windkraftanlagen mehr vorgesehen seien. „110 kV ade!“ ist jedoch jedenfalls auch weiterhin daran interessiert, an einer Konsenslösung mitzuarbeiten.

Zusätzliche Forderung an den zuständigen Landesrat Strugl: Für die Enteignungsverfahren solle wenigstens ein anderer Gutachter bestellt werden, der den Wertverlust der Grundstücke vollständig in seine Berechnungen für Entschädigungen einbezieht.

Schriftliche Statements aller TeilnehmerInnen am Podium im Anhang „Pressekonf. Steinbach 2017″

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UVP-Feststellungsantrag von Energie AG selbst gestellt!

Michael FrostelWollen sie wirklich Klarheit, wie Unternehmenssprecher Michael Frostel (Foto: Energie AG) der Presse ausrichtet? Oder steckt ein neuer Trick dahinter, um die von der ganzen Region strikt abgelehnte Freileitung doch noch in trockene Tücher zu bekommen, bevor gerichtlich festgestellt wird, dass sowieso eine Umweltverträglichkeitsprüfung Pflicht ist? Hinter dem Antrag, die UVP-Pflicht jetzt vom Land feststellen zu lassen, steckt jedenfalls mehr als es scheint.
AKTUELL: Oö. Nachrichten vom 1.4.2016 dazu unter MEDIENBERICHTE

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Die Unterstützung, die das Land so dringend braucht!

Spendenübergabe an 110 kV ade! in Steinbach

Johann Mayrhofer, Franz Schmeißl, Ortsbauernobmann Franz Rumplmair, Michael Praschma, Franz Pramhas, Ortsbäuerin Josefine Wimroither, Franziska Zimmer, Vizebgm. Georg Ratzinger, Christian Enzendorfer, Christian Dilly

Nach dem für viele Betroffene offenkundigen Wahlbetrug „Erdkabelprüfung“ liegt nun die ganze Hoffnung auf eine vernünftige Lösung für die Stromversorgung in Alm- und Kremstal wieder bei den Gerichten. Eine teure Hoffnung, denn die Verfahren sind nicht kostenlos. Erneute großzügige Hilfe kam zuletzt von Gemeinderäten und Organisationen in den betroffenen Gemeinden – allen voran Steinbach am Ziehberg, der Ort, der am härtesten durch die Freileitung in Mitleidenschaft gezogen wäre.
(Foto: Spendenübergabe der ÖVP Steinbach an „110 kV ade!“) Weiterlesen