Dieser Mann sagt die Unwahrheit – und weiß es genau

In einem Interview mit dem Freien Radio Salzkammergut vom 26. Juni hat Konzernsprecher Wolfgang Denk (Energie AG) die alten Lügen aufgewärmt, die seit inzwischen über acht Jahren der Bevölkerung weismachen sollen, dass die Forderung der ganzen Region nach einem Erdkabel unrealistisch sei. Wir dokumentieren die Äußerungen hier im Wortlaut – und zeigen, warum sie absurd sind.
(Symbolfoto: Wolfgang „Donald“ Denk, Konzernkommunikation Energie AG)

Die Frage von FRS-Redakteur Jörg Stöger an Wolfgang Denk lautete, warum die Energie AG die geplante 110-kV-Leitung nicht, wie von den Anrainern gewünscht, als Erdkabel ausführen möchte. Darauf Denk wörtlich: „Wir haben … das Problem, dass wir nur einen bestimmten Anteil des Stromnetzes als Kabel ausführen können. Diese Leitung … würde diese vorhandene Reserve überschreiten, und wir brauchen diese Reserve im dichtverbauten städtischen Gebiet. … Bei uns im konkreten Fall auf der 110-kV-Ebene sind wir allerdings aufgrund der physikalischen Grenzen der Betriebsweise des gelöschten Netzes an diese vorhandenen Grenzen gebunden.“ (Die ausgelassenen Stellen ändern an der Aussage nichts, das lässt sich anhand des Sendungsmitschnitts nachprüfen.)

Um es ganz deutlich zu sagen: Das ist Bullshit, vor allem aus dem Munde eines Mannes, der die Auseinandersetzung zu „Freileitung versus Erdkabel“ von Anfang an mitverfolgt hat und die Argumente in- und auswendig kennt. Denn Tatsache ist: Dem geforderten Erdkabel wurde im (auch von der Energie AG nie angezweifelten!) Gutachten der TU Graz die volle „Erfüllung der Erfordernisse einer langfristigen, sicheren und effizienten Energieversorgung“ bestätigt. Die technische Ausführung des Erdkabels ist genau darauf ausgelegt, die von Denk genannten „Reserven“ für den weiteren Netzausbau gar nicht anzutasten!

Die zweite grobe Unwahrheit betrifft die Mehrkosten des Erdkabels. Dazu macht Denk folgende Milchmädchenrechnung auf. Das Erdkabel kostet das Zweieinhalb- bis Dreifache der Freileitung, sie hält aber nur halb so lange. Daher koste das Erdkabel „in Wirklickeit“ das 6-fache. Was der Hütchenspieler der Energie AG unter den Tisch fallen lässt: Ein Großteil der Anfangskosten des Erdkabels fallen natürlich bei einem Kabeltausch nicht noch einmal an: Planung, Entschädigungen, Einpflügen, Umspannwerk…

Die schlichte Wahrheit lautet: Rund 1,50 Euro pro Jahr (!) kostet es den durchschnittlichen von der Energie AG versorgten Haishalt zusätzlich, wenn ein Erdkabel statt der Freileitung gebaut wird.

Woanders sind schon wegen harmloserer Falschaussagen Politiker oder Konzernvorstände zurückgetreten – bei der Energie AG scheint dieser abenteuerliche Umgang mit Fakten zur Qualitätssicherung zu gehören.

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Ein Gedanke zu „Dieser Mann sagt die Unwahrheit – und weiß es genau

  1. Danke lieber Michael für die unermüdliche Richtigstellung der „Energie-Konzern-Fake-News“.
    In Kootingbrunn haben es die Wiener Netze im besten Gesprächsklima mit der Gemeinde geschafft, dass ein wissenschaftliches Gutachten, das von massiven Gesundheitsgefahren spricht, von der Homepage der Gemeinde verschwindet….und jetzt schon 3 Jahre ergolglos nach einsr Lösung gesucht wird…erfolglos…wohlgemerkt…
    So lange Politiker lieber den Fake-Zahlen der Energkekonzerme glauben, werden Menschen und die menschliche Gesundheit immer den Kürzeren ziehen…
    unglaublich

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